Spuren 2.0 // Vorträge / Workshops / Performances    

 

Natur, Kultur und Technik durchmischen sich zunehmend in unseren Landschaften 
und Körpern. Der Mensch wird zum postmedialen »Dividuum«, das seine Handlungsmacht
immer mehr an mediale Aktanten abgibt, was nicht nur ethisch, psychologisch und
erziehungstechnisch, sondern auch leibkörperlich, psychosomatisch und politisch
problematisierbar ist. In der zeitgenössischen Sozialisation geschieht dies durch
die Fetischisierung von Technologien wie Smartphones und sozialen Netzwerken,
so dass Umweltbeziehungen vermehrt wie Dingbeziehungen einer neuen Art erlebt und
gehandelt werden.

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe mbody – künstlerische Forschung in Medien, 
Somatik, Tanz und Philosophie treibt ihre Auseinandersetzung um die Begriffe Körper,
Medien und Sinnlichkeit weiter voran. Wie bereits bei ihrem ersten Symposium
»Spuren« zum Thema Körpergedächtnisse an der Universität Freiburg, an dem
im Dezember 2008 insgesamt über 500 Interessierte teilnahmen, versammelte die Gruppe
wieder verschiedenste Wissenskulturen.


Thematisch fokussierte das Symposium auf digitale und leibliche Weltgeflechte.
Dabei wurden die aktuellen Verkörperungen des Selbst in der Welt durch die Entstehung
von neuen Umweltbezügen und medialen Verbundenheiten untersucht.


Im Wechsel der Formate zwischen Vorträgen, Lecture Performances, Workshops, Film-, 
Tanz- und Musikaufführungen regte eine künstlerisch-forscherische Atmosphäre in drei
Themenfeldern zum Mitdenken, -erleben und -diskutieren an:






»KÖRPERGEDÄCHTNIS« Wie beeinflussen sich Körpererleben/Körpergedächtnis und
Medien/Sinnlichkeit gegenseitig? Wie kann dies begrifflich, künstlerisch-forscherisch,
wissenschaftlich gefasst werden?



»MUSTER/RITUALE« Welche Musterbildungen gibt es im Feld: Körper-Medien-Sinnlichkeit?
Auf welche Arten und Weisen bedient sich der Mensch heute medialer Techniken und wie
formen diese seine Wahrnehmungs- und Bewegungsformen?



»ZWISCHEN« Welche Erfahrungen des »Zwischen« (Mitte, Zwischen-Raum, Medialität)
vermittelt der Körper? Ist das Zwischen unsichtbar, drittkörperlich, dinglich,
ausgedehnt? Welche Erfahrungen von (Eigen-)Zeit, Raum, Rhythmus und Bewegung werden
genutzt bzw. können sichtbar gemacht werden?