Pendelkörper

Experiment zu Mensch-Maschine-Übergangsphänomenen

In der experimentellen Performance Pendelkörper manipulieren zwei Bewegungskünstler ein maschinell angesteuertes Doppelpendel. Die Pendelspuren und die Spuren der Akteure werden mit einer Slitscan(Lochkamera)-Technik aufgenommen, zeitlich verformt und im Raum projiziert. Pendelbewegung und Maschinenarm werden zudem in einer ausbalancierten Feedbackschleife hörbar gemacht.

Das Chaospendel als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine soll eine verborgene Ebene der Mensch-Computer-Interaktion erfahrbar machen: die der Zustandsübergänge. Nicht programmierten Änderungen wird Raum geboten um "echt interaktives" Verhalten beobachten zu können.

Technik-Exploration im alten Schulhaus Vogelbach (Mónica Alarcón, Harald Kimmig)

Auf multisensorischer Ebene spielt die Installation mit dem Verhältnis Mensch/Technik und stellt die Zustandsdualität als Grundprinzip der Mensch-Computer-Interaktion zur Diskussion. Die Performance
am 10. Juli 2011 im Alten Schulhaus in Vogelbach ist das erste Experiment in einer geplanten Reihe mit dem interaktiven Chaospendel und stellt das unverkleidete Techno-Objekt erstmals Akteuren und Zuschauern gegenüber.

Künstlerisches Konzept, Pendel, Technik: Katja Wahl
Slitscantechnik: Bernd Dudzik
Technische Unterstützung Pendelbau: Chris Tenzer, Thomas Schanz

Performer: Mónica Alarcón, Harald Kimmig, Katja Wahl, Bernd Dudzik, Computer, Pendel

Spuren des zweiten Körpers (des zweiten Gleichgewichtzustandes)

"Obwohl die Technik als umfassendes Paradigma die Entzauberung der Welt und des Seienden als Gesamtheit zum Ziel hat - der Mensch soll sich nicht länger an das nichtsubjektmäßige Seiende ausliefern, sondern es durchschauen und es sich so erst untertan machen-, bildet sich ein ganz eigenes Netz an Zauberfäden aus, das alles gefangenzunehmen scheint. Das Moment des Irrationalen im scheinbar Rationalen wirkt sich hier auf besonders fatale Weise aus."
A.B. Alkner, Das Andere im Selben: Subjektivitätskritik und Kunstphilosophie bei Heidegger und Adorno (2007, S.67)